Andere Länder, andere Sitten – Diese Gesetze gelten auf ausländischen Straßen

Wer im Ausland Auto fährt, kann schnell dazu gezwungen sein, tief in die Tasche zu greifen, wenn er die dortigen Verkehrsvorschriften nicht kennt bzw. missachtet.

Wir haben hier einige Besonderheiten in ausgewählten europäischen Reiseländern für euch zusammengetragen, damit die nächste Reise nicht zu einem finanziellen Fiasko ausartet.

Frankreich

Wer sich darauf freut, Frankreichs ausgezeichnete Weinkultur zu genießen, sollte die folgende Vorschrift beherzigen. Autofahrer müssen stets ein Alkoholtest-Set dabei haben. Die Vorschrift gilt zwar auch für Ausländer, bei einem Verstoß muss jedoch kein Bußgeld bezahlt werden.

Strafzettel können vor Ort oft mit dem Kauf einer Bußgeldmarke (“Timbre amend”) bezahlt werden. Bei späterer Bezahlung wird es teurer.

Auf nassen Straßen gelten andere Tempolimits – außerorts 80 statt 90 km/h, auf Autobahnen 110 statt 130 km/h.

Spanien

Auf der iberischen Halbinsel werden zwei Warndreiecke in jedem Auto verlangt. Betroffen sind zwar nur einheimische Fahrzeuge, aber auch Mietwagen. Entscheidet man sich also für ein geliehenes Fahrzeug, muss das unbedingt vor Fahrantritt abgeklärt werden. Denn bei einer Kontrolle ist immer der Fahrer verantwortlich.

Bei frühzeitigem Bezahlen von Bußgeldern lassen die Spanier Milde walten. Wird innerhalb von 20 Tagen bezahlt, gibt es 50 Prozent Rabatt.

Österreich

Unsere österreichischen Nachbarn sind bei Verstößen gegen die Vignettenpflicht knallhart. Mautsünder müssen die sogenannte Ersatzmaut von stolzen 120 Euro bezahlen. Wer das nicht tut, bekommt ein Bußgeld zwischen 300 und 3000 Euro aufgebrummt.

In Österreich sollte man sich bei einem Unfall zwei Mal überlegen, ob man die Polizei ruft. Handelt es sich nur um einen Sachschaden und man hätte problemlos einfach die Kontaktdaten austauschen können, wird bei Hinzuziehen der Gesetzeshüter eine sogenannte “Blaulichtsteuer” in Höhe von 36 Euro verlangt.

Noch eine österreichische Besonderheit: die “Blaue Zone”. Ganze Stadtteile werden zu Kurzparkzonen erklärt, erkennbar nur durch eine Beschilderung am Anfang und am Ende der Zone.

Italien

Bella Italia kennt dafür bei Promillesündern kein Pardon. Ab 1,5 Promille am Steuer drohen Geldstrafen bis zu 6000 Euro, unter Umständen sogar Haft. Im schlimmsten Fall kann der Pkw beschlagnahmt und zwangsversteigert werden. Bedingung: Eigentümer und Fahrer sind identisch.

Hart trifft es auch Motorradfahrer, die ohne Helm unterwegs sind: Das Zweirad kommt 60 Tage in Sicherungsverwahrung.

Wer in Italien in eine verkehrsberuhigte Innenstadtzone (“Zona a traffico limitato”) einfährt, muss mit Bußen ab 100 Euro rechnen.

Niederlande

Hier haben Falschparker nichts zu lachen: Parkverstöße von Ausländern werden besonders konsequent verfolgt und teilweise über Inkassobüros eingetrieben.
Werden Bußgelder nicht innerhalb der Frist bezahlt, erhöhen sie sich zunächst um 50, nach Ablauf einer weiteren Frist um 100 Prozent.

Schweiz

Die Eidgenossen sind für ihre drakonischen Strafen bei Verkehrsdelikten bekannt. Bis zu 10.000 CHF (ca. 9200 Euro) Geldbuße sind bei schweren Verkehrsverstößen in der Schweiz keine Seltenheit. Kommt “Rasertatbestand” dazu, drohen außerdem mindestens ein Jahr Haft und die Einziehung des Fahrzeugs. Raser ist hier, wer in einer Tempo-30-Zone mehr als 40 oder auf der Autobahn mehr als 80 km/h zu schnell unterwegs war.

Schweizer Fahrverbote gelten nur im Land, und die Vollstreckung von Bußgeldbescheiden ist zurzeit in Deutschland nicht möglich. Wer jedoch beim nächsten Schweiz-Besuch in eine Kontrolle gerät, muss mit der Eintreibung der Strafe rechnen und das drei Jahre lang.

Hart sind die Schweizer auch bei der Vignettenpflicht: wer hier manipuliert – etwa eine Vignette auf mehreren Fahrzeugen verwendet – bekommt eine Anzeige wegen Betrugs.